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Das Fest des Lichtes

Ob Sie beim Gedanken an Weihnachten sofort einen Duft nach Tannenzweigen und Bäckerei in der Nase haben und ein wohliges Gefühl ums Herz bekommen oder Sie bei der Planung multipler Weihnachtfeiern mit Familie, Freunden und Arbeitskollegen und einem Übermass an Punsch Magenschmerzen bekommen, ein bisschen Hintergrundwissen zum Thema kann nicht schaden.

Weihnachten, heute eines der wichtigsten christlichen Feste, setzte sich eigentlich erst im 9. Jahrhundert durch und zwar nach der Mainzer Synode von 813, an dem der 25. Dezember offiziell zum Geburtstag Christi bestimmt wurde. Den 25. Dezember als Tag der Geburt Christi hatte Papst Hyppolit zwar schon im Jahr 217 festgelegt, zum Dogma wurde das Weihnachsfest allerdings erst 381 auf dem 2. Konzil von Konstantinopel unter Kaiser Theodosius (379-395) erklärt, unter dem das Christentum zur Staatsreligion wurde.

Konkurrierende Religionen
Die Wurzeln des wichtigsten christlichen Festes reichen aber viel weiter zurück: Papst Hyppolit hatte sich darauf berufen, dass Christus sich selbst als das "Licht der Welt" bezeichnet hatte. In der Hoffnung, die Bedeutung der weit verbreiteten und konkurrierenden heidnischen Bräuche zu schmälern, legte er den Tag der Geburt Christi auf einen wichtigen heidnischen Feiertag, den Tag der Geburt des Sonnengottes.
Die Anhänger des Mithras-Kultes in Vorderasien, der für das Christentum wohl die stärkste Konkurrenz darstellte, feierten zu dieser Zeit die Geburt ihres Lichtgottes. Unter dem römischen Kaiser Aurelianus (270-275) wurde der Kult des Mithras als "Sol Invictus" Staatsreligion erhoben.
Auch die Kelten hatten am Tag der Wintersonnwende (heute der 21. Dezember, vor der Kalenderreform der 24. Dezember) das Jul- oder Mittwinterfest gefeiert, das Fest des wiederkehrenden Lichtes. In der längsten und dunkelsten Nacht des Jahres gebar die Göttin der Fruchtbarkeit einen Sohn, den Sonnengott, mit dem Licht und Fruchtbarkeit auf die Erde zurückkehrten.
Die Römer feierten mit den Saturnalien ihren Sonnengott Saturn, im Isiskult der Ägypter galt die Sonnenwende als Geburtstag des Horus, in Alexandria gebar Kore den Äon, bei den Griechen Persephone den Dionysos, in Petra, der Hauptstadt der Nabatäer, gebar eine Jungfrau den Gott Dusares.

Religion versus Konsum
Die Einbettung in diesen größeren Rahmen kann die Bedeutung des heutigen Festes eher erweitern als schmälern, zumal Weihnachten heute nur mehr zum Teil ein religiöses Fest ist. Die Tradition des geschmückten Weihnachtsbaumes und des Beschenkens sind als ganz allgemeine Bräuche in unsere Kultur eingegangen. Der Brauch des gegenseitigen Beschenkens stammt übrigens angeblich erst aus dem 16. Jahrhundert (davor wurde die "Bescherung" mit dem Tag des Hl. Nikolaus verbunden), lässt sich aber auch auf ältere Vorbilder zurückführen, in erster Linie wohl auf die Gaben der drei Weisen aus dem Morgenland. Vorbilder sind aber auch aus römischer Zeit bekannt, so wurden zu den Saturnalien, die gleichzeitig den Beginn des neuen Jahres markierten, die römischen Beamten und Sklaven beschenkt.
 

Und weil auch wir Ihnen etwas schenken wollen, veröffentlichen wir hier erstmals zwei unserer liebsten langgehüteten und viel erprobten Familienrezepte.

Vanillekipferl
Zutaten:
25 dag Mehl
20 dag Butter
7 dag Zucker
10 dag Mandeln (geschält und gerieben)
1 Ei
2 Pkt. Vanillezucker
Zucker und Vanillezucker zum Wälzen

Zubereitung:
Trockene Zutaten miteinander vermischen, Ei und kalte Butter in Stücken dazumengen, kurz verkneten, Teig eine halbe Stunde kühl stellen. Aus dem Teig eine dünne Rolle formen, Scheiben abschneiden und zu Kipferl formen. Im vorgeheizten Rohr bei ca. 180 Grad hell ausbacken, noch heiß in einer Zucker-Vanillezucker-Mischung wälzen. In Keksdosen aufbewahren.

Tipp: Eine besonders feine moderne Variante erhalten Sie, wenn sie statt Mandeln Cashew- oder Macademianüsse verwenden.

 

Schokokugeln
Zutaten:
20 dag geriebene Schokolade
20 geriebene Nüsse (Haselnüsse oder Mandeln)
10 dag Zucker
1 Pkg. Vanillezucker
2 Eigelb
3 Esslöffel Rum
3 Esslöffel Wasser
Kompott-Weichseln
Kokosraspeln zum Wälzen

Zubereitung:
Schokolade, Nüsse, Zucker und Vanillezucker vermengen, mit den restlichen Zutaten verkneten. Mit je einer Weichsel als Füllung Kugeln formen, in Kokosraspel wälzen. Kühl aufbewahren und rasch aufbrauchen. Aber keine Angst: gut zubereitete Schokokugeln bleiben praktisch nie über ;-)